Wenn dein Bestand in den sozialen Netzwerken gesehen werden soll, ist das vertikale Video heute das Format mit den meisten Chancen. Du brauchst weder eine Produktionsfirma noch eine Kinokamera: Mit einem Smartphone, gutem Licht und einer klaren Struktur präsentierst du ein Auto besser als mit zwanzig Fotos.
In diesem Leitfaden erfährst du, warum das Format funktioniert, welche Videoarten du drehen solltest, welche 30-Sekunden-Struktur wir als Basis nutzen, wie du mit dem Smartphone filmst und schneidest, wo du welches Video veröffentlichst und welche Fehler du vermeiden solltest.
Warum das Hochformat gewinnt
Der Smartphone-Bildschirm ist hochkant – und dort verbringen die Menschen den Großteil ihrer Zeit in sozialen Netzwerken. Ein Video im Format 9:16 füllt den ganzen Bildschirm, bekommt die volle Aufmerksamkeit und wird vom Algorithmus mehr Menschen ausgespielt. Ein Foto konkurriert mit dem Daumen, ein gutes Video stoppt ihn.
Für ein Autohaus gibt es einen zusätzlichen Vorteil: Ein Video zeigt, was ein Foto nicht kann. Den Motorsound, wie sich die Heckklappe öffnet, die tatsächliche Größe des Kofferraums oder wie das Display bei laufendem Motor aussieht. Das räumt Zweifel aus und sorgt dafür, dass Interessenten mit einer konkreteren Kaufabsicht auf dich zukommen.
Welche Videoarten im Autohandel funktionieren
Bestandspräsentation
Der Klassiker: ein Auto, seine Stärken und seine wichtigsten Daten. Diese Videos wirst du am häufigsten drehen, deshalb lohnt es sich, sie am stärksten zu standardisieren.
Fahrzeugübergaben
Der Moment, in dem der Kunde sein Auto abholt. Das vermittelt Vertrauen und zeigt, dass du tatsächlich verkaufst. Frag immer um Erlaubnis, bevor du jemanden filmst oder veröffentlichst.
Vergleiche und Tipps
„SUV oder Kompaktwagen für eine Familie?“, „Worauf du bei einem Gebrauchtwagen achten solltest“, „Die Unterschiede zwischen zwei Ausstattungslinien“. Solche Videos bieten echten Nutzwert und positionieren dein Team als Leute, die sich auskennen.
Hinter den Kulissen
Die Aufbereitung eines Autos vor der Übergabe, die Werkstatt, die Reinigung, die Ankunft neuer Fahrzeuge. Das macht dein Unternehmen menschlich und ist mit sehr wenig Aufwand gedreht.
Team
Wer die Kunden betreut. Ein bekanntes Gesicht macht es viel leichter, zu schreiben oder anzurufen.
Die 30-Sekunden-Struktur
- Sekunde 0–2: Hook. Das Auto fährt ins Bild oder der Preis erscheint groß.
- Sekunde 3–15: visueller Rundgang – außen, Felgen, innen, Display, Kofferraum.
- Sekunde 15–25: die Info, die überzeugt – Kilometerstand, Baujahr, Garantie, Finanzierung.
- Sekunde 25–30: Call-to-Action – „Schreib uns auf WhatsApp“.
Ein paar Ideen für den Hook in den ersten zwei Sekunden:
- Der Preis groß über dem Auto eingeblendet.
- Ein Motorstart mit Sound.
- Eine direkte Frage: „Suchst du einen Familien-Diesel für weniger, als du denkst?“
- Ein auffälliges Detail in Nahaufnahme, bevor das ganze Auto ins Bild kommt.
Und ein Beispielskript für einen Kleinwagen: Das Auto fährt ins Bild, der Preis steht auf dem Bildschirm; langsame Seitenfahrt; Nahaufnahme der Felgen; Innenraum vom Fahrersitz aus; eingeschaltetes Display; offener Kofferraum; Texteinblendung mit Baujahr, Kilometerstand und Garantie; Abschluss mit „Mach diese Woche eine Probefahrt – schreib uns auf WhatsApp“.
So filmst du mit dem Smartphone
Eine Profikamera ist nicht nötig. Smartphone im Hochformat, stabilisiert mit einem günstigen Gimbal oder gut abgestützt, Tageslicht (am besten früh morgens oder am späten Nachmittag), langsame und saubere Bewegungen. Nimm mehr auf, als du brauchst, und behalte nur das Beste.
Checkliste, bevor du auf Aufnahme drückst:
- Auto innen und außen sauber, keine Papiere oder Gegenstände im Innenraum.
- Aufgeräumter Hintergrund: keine Mülltonnen, keine schief geparkten anderen Autos, keine Kabel.
- Saubere Kameralinse und Aufnahme in der höchsten verfügbaren Qualität.
- Belichtung fixiert, damit sie sich nicht ändert, während du ums Auto gehst.
- Kennzeichen abgedeckt oder unkenntlich gemacht, wenn du das möchtest.
- Fahrzeugdaten griffbereit, damit sich im Text keine Fehler einschleichen.
Ein Trick, der Stunden spart: Film mehrere Autos am selben Tag hintereinander, mit demselben Licht und denselben Einstellungen. So hast du Material für die ganze Woche und einen wiedererkennbaren Stil.
Schnitt: Text, Untertitel und Ton
Der Schnitt muss nicht kompliziert sein. Die Apps der Plattformen selbst und kostenlose Smartphone-Editoren reichen, um zu schneiden und Text sowie Untertitel einzufügen. Worauf du aber achten solltest:
- Schnelle Schnitte: Keine Einstellung sollte länger dauern als nötig.
- Großer, gut lesbarer Text, mit Abstand zu den Rändern, wo die Oberfläche der App ihn verdeckt.
- Daten immer sichtbar: Preis, Baujahr und Kilometerstand im Bild.
- Feste Vorlage: immer dieselben Schriften und Farben, damit deine Marke wiedererkannt wird.
- Klares Titelbild mit Modell und Preis, damit dein Profil aufgeräumt wirkt.
Nutze Musik aus der App selbst (das steigert die Reichweite), aber füge immer Untertitel hinzu: Die meisten schauen ohne Ton. Ohne Text im Bild geht die Hälfte deiner Botschaft verloren.
Ein Video, vier Kanäle
Dasselbe Reel funktioniert auf Instagram, TikTok und YouTube Shorts. Und ein 8-Sekunden-Ausschnitt passt perfekt in den WhatsApp-Status. Einmal drehen, viermal veröffentlichen: So kommst du auf Masse, ohne dich dabei aufzureiben.
- Instagram: Reel mit Text und Musik, dazu eine Story, die auf das Reel verweist. Mehr dazu erfährst du in Autos verkaufen über Instagram.
- TikTok: dasselbe Video mit einem noch direkteren Hook.
- YouTube Shorts: Titel mit Modell und Stadt, damit man dich auch über die Suche findet.
- WhatsApp: kurzer Ausschnitt im Status und das komplette Video zum Verschicken an interessierte Kunden. Wie das geht, erklären wir in WhatsApp Business für Autohäuser.
- Google: Lade Fotos und Videos auch in dein Google-Unternehmensprofil hoch, damit dein Eintrag lebendig wirkt.
Fehler, die ein Video versenken
- Im Querformat filmen und schwarze Balken lassen.
- Mit einem Logo oder einem langsamen Intro statt mit dem Auto beginnen.
- Keinen Preis und keine wichtigen Daten zeigen.
- Hektische Bewegungen, bei denen einem schwindelig wird.
- Mittags filmen, wenn Spiegelungen die Karosserie verdecken.
- Keine Untertitel und kein Text im Bild.
- Den Call-to-Action am Ende vergessen.
- Ein Video posten und dann wochenlang abtauchen.
Was du messen und wie du besser werden kannst
Jede Plattform liefert dir grundlegende Statistiken. Konzentrier dich auf wenige:
- Wiedergabedauer: Wenn die Leute in der ersten Sekunde abspringen, liegt es am Hook.
- Vollständige Aufrufe: Sie zeigen dir, ob das Tempo stimmt.
- Geteilte und gespeicherte Beiträge: ein Zeichen, dass der Inhalt wirklich interessiert.
- Nachrichten und Profilklicks: das, was am Ende zu Besuchen führt.
Zusätzlich zu den Zahlen aus der App solltest du alle, die dir schreiben oder vorbeikommen, fragen, wie sie auf dich aufmerksam geworden sind. Wenn mehrere Kunden ein bestimmtes Video erwähnen, weißt du, welche Art von Clip du wiederholen solltest. Diese Info ist mehr wert als jede allgemeine Statistik, denn sie stammt aus deiner Region und bezieht sich auf deinen Bestand.
Ändere immer nur eine Sache (den Hook, die Länge, den Fahrzeugtyp) und vergleiche. Nach wenigen Wochen weißt du, was bei deinem Publikum ankommt.
Wenn du dir für Marken-, Team- oder Testimonial-Videos professionelle Unterstützung wünschst: Bei unserem Video-Service arbeiten wir mit dem Basis-Paket für 20 €/Video, dem Profi-Paket für 40 €/Video (mit Model 70 €) und dem Business-Paket für 320 €/Monat mit 8 Videos.
Vertikale Videos sind der günstigste und schnellste Weg, deinen Bestand in Bewegung zu zeigen. Strebe keine Studio-Perfektion an, sondern Regelmäßigkeit, gutes Licht und einen Hook in den ersten zwei Sekunden.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein vertikales Video von einem Auto sein?
15 bis 30 Sekunden sind ein guter Richtwert, um ein Bestandsfahrzeug zu präsentieren. Wichtig ist, dass der Hook in den ersten zwei Sekunden kommt.
Kann man nur mit dem Smartphone ein gutes Autovideo drehen?
Ja. Mit dem Smartphone im Hochformat, einer Stabilisierung, Tageslicht und langsamen Bewegungen erzielst du ein richtig ordentliches Ergebnis für Social Media.
Braucht man Untertitel?
Ja. Viele Menschen schauen Videos ohne Ton, deshalb sind Text im Bild und Untertitel unverzichtbar, damit deine Botschaft ankommt.
Kann ich dasselbe Video auf mehreren Plattformen veröffentlichen?
Ja. Dasselbe vertikale Video funktioniert auf Instagram, TikTok und YouTube Shorts, und ein kurzer Ausschnitt eignet sich für den WhatsApp-Status.