Autokäufer entscheiden, bevor sie das Autohaus überhaupt betreten. Sie vergleichen Preise auf den Portalen, schauen sich dein Google-Profil an, lesen Bewertungen, stöbern auf deinem Instagram und schreiben dir per WhatsApp. Online-Marketing für ein Autohaus heißt, bei jedem dieser Schritte gut aufgestellt zu sein und sie miteinander zu verbinden. Dieser Guide fasst zusammen, wie wir das angehen – sortiert nach Priorität.
1. Die eigene Website ist das Zentrum von allem
Portale bringen Besucher, aber die eigene Website ist das einzige Schaufenster, das du zu hundert Prozent selbst in der Hand hast. Eine Autohaus-Website, die verkauft, hat vier Dinge:
- Aktuellen Bestand, synchron mit den Portalen und ohne bereits verkaufte Fahrzeuge.
- Eine eigene Seite pro Fahrzeug mit Bildergalerie, vollständigen Daten und Preis.
- WhatsApp auf jeder Fahrzeugseite, mit dem Fahrzeug schon in der Nachricht.
- Schnelle Ladezeiten auf dem Smartphone – dort findet der Großteil der Suchen statt.
Erfüllt deine Website das nicht, fang hier an. Die Details findest du in den 5 häufigsten Fehlern auf Autohaus-Websites.
2. Lokales SEO und Google-Unternehmensprofil
Wenn jemand „Gebrauchtwagen“ plus den Namen seiner Stadt sucht, zeigt Google zuerst die Karte mit drei Betrieben. Ob du dort auftauchst, hängt vor allem von deinem Google-Unternehmensprofil ab: richtige Kategorie, Öffnungszeiten, echte Fotos, regelmäßige Beiträge und vor allem Bewertungen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du unter Google Business für Autohäuser.
Außerdem sollte deine Website deine Stadt und deine Region in Titeln und Texten nennen, Adresse und Telefonnummer überall identisch angeben und eine klare Kontaktseite haben.
3. Portale: ja, aber ohne Abhängigkeit
Portale wie mobile.de oder AutoScout24 sind nach wie vor unverzichtbar, um Bestand zu bewegen. Das Problem ist, sich nur auf sie zu verlassen: Du zahlst für jede Anzeige oder jeden Kontakt und stehst direkt neben deiner Konkurrenz. Die gesunde Strategie: Portale nutzen, um Kunden zu gewinnen, und sie dann auf deine eigenen Kanäle holen – deine Website, dein WhatsApp und deine Social-Media-Profile.
4. Social Media, das verkauft
Social Media funktioniert für ein Autohaus, wenn zwei Dinge zusammenkommen: Bestand (deine Fahrzeuge, gut präsentiert) und Marke (wer du bist, dein Team, deine Übergaben, deine Kunden). Nur Autos zu posten ermüdet, nur Marke zu posten verkauft nicht.
- Reels von 20–40 Sekunden zu jedem Highlight-Fahrzeug.
- Fahrzeugübergaben an Kunden (mit deren Erlaubnis): der beste Social Proof.
- Ein wiedererkennbarer Designstil in allen Beiträgen.
- Regelmäßigkeit: lieber jede Woche 3 Beiträge als 10 in einem Monat und im nächsten keinen.
Mehr Ideen findest du in Autos über Instagram verkaufen und in Hochformat-Video für die Autobranche.
5. WhatsApp für den Abschluss
Alles bisher Genannte endet in einem Gespräch. Schnell antworten, mit Vorlagen arbeiten und immer einen Termin vorschlagen – das entscheidet, ob aus einem Lead ein Verkauf wird. Wie das geht, erklären wir in WhatsApp für Autohäuser.
6. Bezahlte Werbung mit Köpfchen
Werbung bei Meta (Instagram und Facebook) und Google beschleunigt, was bereits funktioniert, repariert aber keine schwache Website und keine schwachen Social-Media-Kanäle. Starte mit kleinen Budgets, bewirb konkrete Fahrzeuge oder Ankaufs- bzw. Bewertungsaktionen und miss die Kosten pro Kontakt. Kostet dich ein Kontakt mehr als die Marge, die beim Verkauf übrig bleibt, stimmt etwas nicht.
7. Reputation: Bewertungen verkaufen
Bevor jemand einen Gebrauchtwagen kauft, sucht er Vertrauen. Google-Bewertungen sind dein stärkstes Argument und gleichzeitig ein Faktor, um in der Karte aufzutauchen. Bitte direkt nach der Übergabe um eine Bewertung und antworte auf alle – auch auf die schlechten. Die Methode findest du unter Google-Bewertungen für Autohäuser.
Monat 1: Website mit Bestand und WhatsApp pro Fahrzeug, vollständiges Google-Profil. Monat 2: Designstil und Redaktionsplan für Social Media, Bewertungsanfrage nach jeder Übergabe. Monat 3: erste kleine bezahlte Kampagnen und Blick auf die Zahlen.
8. Was du messen solltest
Du brauchst kein kompliziertes Dashboard. Mit fünf Zahlen pro Monat weißt du, ob du auf Kurs bist: Website-Besuche, eingegangene Kontakte (WhatsApp, Anrufe, Formulare), woher sie kommen, Termine und Verkäufe. Steigen die Kontakte, aber nicht die Verkäufe, liegt das Problem in der Betreuung; steigen die Kontakte nicht, liegt es an der Sichtbarkeit.
Typische Fehler, die den Verkauf bremsen
- Verkaufte Autos, die noch online sind. Der Kunde schreibt voller Vorfreude wegen eines Autos, das nicht mehr da ist, und verliert das Vertrauen. Prüfe den Bestand auf Website und Portalen jede Woche.
- Unterschiedliche Preise je nach Kanal. Steht auf der Website ein anderer Preis als im Portal, denkt der Kunde, dass etwas nicht stimmt. Ein Preis, überall.
- Schnell hingeknipste Fotos. Ein gut fotografiertes Auto bekommt mehr Anfragen als dasselbe Auto mit dunklen oder schiefen Bildern.
- Verwaiste Social-Media-Kanäle. Ein Profil, dessen letzter Beitrag Monate zurückliegt, wirkt schlechter als gar kein Profil.
- Niemand ist für die Anfragen verantwortlich. Wenn jeder Verkäufer antwortet, wann er gerade Zeit hat, kühlen Leads ab. Es braucht eine feste Person und feste Zeiten für die Antworten.
- Nicht fragen, woher der Kunde kommt. Ohne diese Info weißt du nicht, welcher Kanal funktioniert und wo du mehr investieren solltest.
Schnell-Checkliste für diese Woche
- Zeigt deine Website nur verfügbare Fahrzeuge, mit Preis und WhatsApp-Button?
- Hat dein Google-Profil Öffnungszeiten, aktuelle Fotos und Antworten auf alle Bewertungen?
- Hast du in den letzten sieben Tagen mindestens dreimal auf Social Media gepostet?
- Beantwortest du neue Nachrichten während der Öffnungszeiten in weniger als einer Stunde?
- Bittest du jeden Kunden, der ein Auto mitnimmt, um eine Bewertung?
- Weißt du, wie viele Kontakte letzten Monat reinkamen und über welchen Kanal?
Beantwortest du mehr als zwei Fragen mit „Nein“, hast du deine Prioritäten für den nächsten Monat – noch bevor du einen Euro in Werbung steckst.
Wie viel solltest du investieren?
Das hängt von der Größe des Autohauses ab, aber zur Orientierung: Eine Website für Autohäuser mit Bestand und lokalem SEO gibt es ab 899 €/Jahr, professionelle Social-Media-Betreuung ab 160 €/Monat. Die Aufschlüsselung findest du in Was kostet eine Website für ein Autohaus?. Wichtig ist, zuerst in das zu investieren, was dir gehört (Website, Google-Profil und Social Media), und erst danach mit Werbung Gas zu geben.
Du willst wissen, wo du in deinem Fall anfangen solltest? Wir machen dir eine kostenlose Analyse deiner Website, deines Google-Profils und deiner Social-Media-Kanäle.
Häufige Fragen
Was sollte ein Autohaus im Online-Marketing als Erstes tun?
Eine eigene Website mit aktuellem Bestand und WhatsApp bei jedem Fahrzeug haben und das Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen. Das ist die Basis, auf der Social Media und Werbung funktionieren.
Ersetzen Portale wie mobile.de oder AutoScout24 die eigene Website?
Nein. Portale helfen, Bestand zu bewegen, aber du stehst dort neben deiner Konkurrenz und zahlst für jeden Kontakt. Die eigene Website stärkt deine Marke und bringt dir Kontakte ohne Provision.
Wie viele Social-Media-Beiträge braucht ein Autohaus?
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Drei Beiträge pro Woche mit einer Mischung aus Fahrzeugen aus dem Bestand, Reels und Markeninhalten sind meist ein guter Startpunkt.
Was kostet Online-Marketing für ein Autohaus?
Zur Orientierung: Eine Website für Autohäuser mit Bestand und lokalem SEO gibt es ab 899 €/Jahr, professionelle Social-Media-Betreuung ab 160 €/Monat. Bezahlte Werbung kommt je nach Zielen dazu.